Außenhandel im Wandel: China baut Position als Hauptlieferant aus
Das Statistische Bundesamt legt neue Außenhandelszahlen für das erste Halbjahr 2026 vor. Die Importe aus China verzeichnen ein starkes Plus, während deutsche Ausfuhren dorthin sinken.
Die deutschen Einfuhren aus China haben in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 ein markantes Wachstum erfahren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag kletterten die Warenimporte aus der Volksrepublik um 8,8 Prozent auf ein Volumen von 89,1 Milliarden Euro. Damit behauptet sich das ostasiatische Land mit deutlichem Vorsprung als wichtigster Lieferant für den deutschen Markt, gefolgt von den Vereinigten Staaten und den Niederlanden. Ein höheres Einfuhrvolumen aus China war im ersten Halbjrag bislang lediglich im Jahr 2022 registriert worden, als Sondereffekte nach der Corona-Pandemie zu Höchstwerten führten.
Fachleute führen diese Entwicklung auf gezielte industriepolitische Maßnahmen und daraus resultierende Überkapazitäten im Ursprungsland zurück. Gleichzeitig schrumpfte das Geschäft in der Gegenrichtung spürbar. Die deutschen Exporte in die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt brachen im Berichtszeitraum um 12,2 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro ein, womit China in der Rangliste der wichtigsten Absatzmärkte auf den neunten Rang zurückfiel. Das Handelsbilanzdefizit im deutsch-chinesischen Austausch weitete sich infolge dieser entgegengesetzten Dynamiken von 40,5 auf 52,7 Milliarden Euro aus.
An der Spitze der Abnehmerländer deutscher Güter standen im ersten Halbjahr 2026 die USA, ungeachtet eines Exportrückgangs um 6,1 Prozent auf 73,1 Milliarden Euro, der unter anderem mit neuen US-Importzöllen in Verbindung gebracht wird. Auf den folgenden Plätzen der wichtigsten Bestimmungsländer für deutsche Waren rangierten Frankreich und die Niederlande. Insgesamt verzeichnete der deutsche Außenhandel im ersten Halbjahr ein moderates Wachstum, bei dem die Gesamtexporte um 3,9 Prozent auf 817,8 Milliarden Euro und die Importe um 4,7 Prozent auf 712,1 Milliarden Euro stiegen.