Automobilkrise erfasst Zulieferer und Hersteller im Mitteldeutschen Raum
Die IG Metall kündigt bundesweite Proteste gegen Stellenabbau und Einschnitte in der Automobilbranche an. Auch in Mitteldeutschland wächst die Sorge um die Zukunft der Standorte.
In Halle und im Saalekreis blicken Wirtschaftsverantwortliche und Beschäftigte mit Sorge auf die Entwicklung der Automobilindustrie. Angesichts einer anhaltenden Branchenkrise hat die Gewerkschaft IG Metall für den 21. September zu flächendeckenden Protestaktionen an mehr als 200 Standorten in ganz Deutschland aufgerufen. Ziel der Kundgebungen und Betriebsversammlungen ist es, ein deutliches Signal gegen drohenden Personalabbau und tiefgreifende Veränderungen bei den Arbeitsbedingungen zu setzen.
Im Zentrum der Kritik stehen Pläne zur Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit ohne entsprechenden Lohnausgleich sowie anhaltende Belastungen der Belegschaften durch die wirtschaftliche Schieflage vieler Unternehmen. Gewerkschaftsvertreter bemängeln, dass die Beschäftigten bereits in der Vergangenheit finanzielle Opfer in Milliardenhöhe getragen hätten. Dennoch würden in Betrieben weiterhin Arbeitsplätze infrage gestellt.
Besondere Aufmerksamkeit gilt neben großen Herstellern wie Volkswagen auch regional bedeutsamen Zulieferbetrieben. Für die Werke in Zwickau und weiteren ostdeutschen sowie bundesweiten Standorten fordert die Arbeitnehmervertretung vehement eine langfristige Perspektive. Geplant sind unter anderem Sternmärsche und Kundgebungen, um Tausende Teilnehmer zu mobilisieren. Dabei verlangt die Gewerkschaft von der Politik unter anderem wettbewerbsfähige Industriestrompreise sowie verschärfte Handelsregelungen für importierte Elektrofahrzeuge aus Asien. Von den Konzernleitungen wird gefordert, verstärkt in die Modernisierung der heimischen Produktionsstätten sowie in Zukunftstechnologien wie die Batteriefertigung zu investieren.