Automobilverband kritisiert EU-Klimavorgaben scharf
Auf der Nutzfahrzeugmesse in Hannover fordert die Automobilbranche von der EU realistischere Vorgaben beim Klimaschutz und eine bessere Ladeinfrastruktur.
Auf der Nutzfahrzeugmesse im September in Hannover hat der Verband der deutschen Automobilindustrie scharfe Kritik an den europäischen Klimavorgaben geübt. In Richtung der politischen Verantwortlichen in Brüssel wurde moniert, dass für schwere Nutzfahrzeuge zwar drastische CO2-Minderungsziele beschlossen worden seien, die notwendigen Rahmenbedingungen für deren Erreichung jedoch fehlten.
Die Branche sieht sich mit der Vorgabe konfrontiert, die Emissionen neu zugelassener Lkw bis zum Jahr 2030 deutlich zu senken. Dazu ist ein massiver Zuwachs an batterieelektrischen Fahrzeugen erforderlich, für die im ersten Halbjahr des Jahres ein Neuzulassungsanteil von unter fünf Prozent verzeichnet wurde. Verantwortlich für diesen stockenden Absatz sei primär das spärliche Angebot an geeigneten Lademöglichkeiten im europäischen Raum. Die Automobilwirtschaft lehnt drohende Milliardenstrafen für das Verfehlen der Quoten entschieden ab, da die Ursachen nicht im Verantwortungsbereich der Hersteller liegen.
Zudem fordert der Verband, die für das Jahr 2027 angesetzte Überprüfung der Flottenziele zeitlich vorzuziehen. Neben dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für batteriebetriebene Fahrzeuge müsse auch die Versorgung mit Wasserstoff für entsprechende Antriebstechnologien stärker vorangetrieben werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern.