BASF hebt Gewinnprognose an und wirbt für Evonik-Übernahme
Der Chemiekonzern BASF blickt auf erfolgreiche Quartalszahlen und treibt die Planungen für eine mögliche Milliardenübernahme voran.
Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF hat am Mittwoch seine Finanzergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt und blickt auf eine positive Geschäftsentwicklung zurück. Dank höherer Verkaufspreise und positiver Effekte infolge des Iran-Konflikts steigerte das Unternehmen das bereinigte operative Ergebnis im Berichtszeitraum um 15 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro. In Reaktion auf die starken Zahlen hob das Management bereits zum zweiten Mal im laufenden Jahr die Gewinnprognose an. Für das Jahr 2026 visiert der Konzern nun ein bereinigtes Ergebnis im Korridor von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro an, nachdem zuvor ein Zielwert zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro ausgegeben worden war.
Trotz der verbesserten Kennzahlen reagierten die Kapitalmärkte verhalten, und der Aktienkurs verzeichnete zeitweise leichte Abschläge. Marktbeobachter richten ihren Fokus derzeit primär auf die strategischen Expansionspläne des Unternehmens. Erst kürzlich hatte BASF das Übernahmeangebot für den Essener Konkurrenten Evonik von 22,15 auf 24 Euro je Aktie aufgestockt. Vorstandschef Markus Kamieth betonte vor Analysten und Journalisten den Charakter des Zusammenschlusses als deutsche Antwort auf den intensiven globalen Wettbewerb, schränkte jedoch ein, dass die Transaktion kein Zwang sei und nicht um jeden Preis verfolgt werde.
Die aktuellen Vorstöße markieren einen Kurswechsel in der Unternehmensstrategie. Nachdem der Konzern in den vergangenen Jahren konsequent auf eine Verkleinerung und Fokussierung auf das Kerngeschäft gesetzt hatte – unter anderem durch den schrittweisen Verkauf von Lackaktivitäten und geplante Börsengänge der Agrarsparte –, rückt nun wieder externes Wachstum in den Mittelpunkt. Mit einem avisierten Transaktionsvolumen, das sich an Evoniks Umsatz von rund 15 Milliarden Euro misst, strebt BASF eine deutliche Stärkung der Marktposition an. Ob es tatsächlich zu Verhandlungen kommt, bleibt offen, da Evonik parallel eigene Akquisitionsprüfungen verfolgt.