Commerzbank-Führung im Fokus von Übernahmegesprächen
Die italienische Großbank Unicredit treibt ihre Pläne für einen Zusammenschluss voran, was auch personelle Veränderungen an der Spitze des Frankfurter Instituts auslösen könnte.
In der Finanzbranche verdichten sich die Anzeichen für eine mögliche Neuordnung an der Spitze der Commerzbank. Hintergrund sind fortlaufende Bestrebungen der Mailänder Unicredit, die seit rund zwei Jahren auf eine Fusion der beiden Geldhäuser hinarbeitet. Da sich die amtierende Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp in der Vergangenheit gegen die Übernahme positioniert hatte, bringen Medienberichte bereits mögliche Nachfolgekandidaten ins Gespräch.
Einem Bericht der WirtschaftsWoche zufolge gilt der frühere Chef der deutschen Unicredit-Tochter Hypovereinsbank und ehemalige Finanzvorstand des FC Bayern München, Michael Diederich, als eine Option für die Position. Diederich verfügt über Erfahrung im Sanierungsgeschäft und ist mit den Strukturen des italienischen Konzerns vertraut. Allerdings erfordert ein möglicher Austausch der Unternehmensführung laut Branchenbeobachtern weitreichende Schritte, darunter die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung durch die Unicredit, um die Zusammensetzung des Aufsichtsrates zu verändern.
Ob der Wechsel tatsächlich vollzogen wird, bleibt offen. Neben rechtlichen und organisatorischen Hürden gilt auch die Bereitschaft des Kandidaten als ungewiss, da dieser derzeit als Co-Chef des Unternehmenskundenbereichs bei der Deutschen Bank tätig ist.