Europäischer Gaspreis erreicht Höchststand seit 2022
Angebotsängste und Lieferunterbrechungen treiben die Energiekosten auf dem europäischen Markt nach oben.
An den Börsen in Amsterdam hat der Erdgaspreis am Montag einen markanten Anstieg verzeichnet. Der richtungsweisende Terminkontrakt TTF für die Lieferung im kommenden Monat kletterte im frühen Handel um mehr als fünf Prozent auf 83,75 Euro je Megawattstunde. Damit markiert der Rohstoff den höchsten Preisstand seit dem Ende des Jahres 2022.
### Regionale Auswirkungen auf die Speicherbefüllung
Als Hauptursache für die Preisspirale gelten anhaltende Versorgungssorgen im Zusammenhang mit Ausfällen in den Fördergebieten am Persischen Golf. Die Blockade der für den Welthandel bedeutenden Straße von Hormus erschwert den Transport von Flüssigerdgas aus dem Nahen Osten. Ein für diesen Montag anberaumtes diplomatisches Treffen zwischen dem Iran und mehreren Golfstaaten zur Entspannung der Lage wurde kurzfristig verschoben, wodurch Unsicherheiten am Markt bestehen bleiben.
Im Jahresverlauf hat sich der europäische Gaspreis annähernd verdreifacht. Für Verbraucher und energieintensive Unternehmen in Deutschland und weiteren europäischen Staaten wächst damit der Druck, während gleichzeitig die Befüllung der Speicher vor dem Beginn der Heizperiode ins Stocken gerät. Nach einer vorübergehenden Zunahme der Flüssigerdgaslieferungen nach Westeuropa im September gingen die Importvolumina in der vergangenen Woche wieder zurück.