Gasspeicher im Fokus: Branchenverband warnt vor Risiken im Winter
Die Initiative Energien Speichern rechnet in einem im Februar veröffentlichten Papier vor, dass deutsche Gasspeicher bei starker Kälte komplett leerlaufen könnten.
Die Energieversorgung in Deutschland und damit auch in Regionen wie Halle und dem Saalekreis steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen, sollte die kommende kalte Jahreszeit extreme Temperaturen mit sich bringen. Aktuellen Berechnungen des Gasspeicher-Verbandes Ines zufolge existiert das Szenario vollständig entleerter Speicher bis Anfang Februar, sofern ein überdurchschnittlich kalter Winter eintritt. Grundlage dieser Modellrechnungen bildet ein angenommener Füllstand von maximal 77 Prozent zum Beginn des Monats November. Ein solches technisches Maximum lässt sich nach Verbandsangaben nur erreichen, wenn das gegenwärtig verlangsamte Einlagerungstempo drastisch anzieht.
Verantwortlich für die zögerliche Befüllung durch Marktakteure sind veränderte Rahmenbedingungen im Handelsgeschäft. Hohe Notierungen am Gasmarkt verhindern im Sommer das traditionelle Geschäftsmodell, günstig einzukaufen und die Bestände in der kälteren Periode gewinnbringend zu veräußern. Branchenvertreter fordern daher politische Impulse, um den Einspeicherungsprozess wirtschaftlich rentabel zu gestalten. Demgegenüber verweist die Bundesnetzagentur in Berlin auf die bestehenden Lieferpflichten der Gashändler gegenüber Industrie, Stadtwerken und weiteren Abnehmern. Die Behörde betont, dass die nationale Gasversorgung auf einem breiten Fundament aus Pipeline-Lieferungen, Flüssigerdgas-Importen und vorhandenen Infrastrukturen ruht und aktuell als stabil einzustufen ist.