Handwerkskammer Halle: Gedämpfte Stimmung und sinkende Umsätze
Das Konjunkturbild im regionalen Handwerk bleibt im dritten Quartal 2026 verhalten. Während die Geschäftslage stabil erscheint, belasten rückläufige Umsätze und skeptische Erwartungen die Betriebe.
Im dritten Quartal 2026 verzeichnet das Handwerk im Kammerbezirk Halle eine weiterhin verhaltene wirtschaftliche Verfassung. Wie die Handwerkskammer Halle mitteilte, bewegt sich der Index der Geschäftslage nahezu auf dem Niveau des Vorquartals und des Vorjahres. Kammerpräsident Thomas Keindorf bemängelt das fehlende Vertrauen in die Wirtschaftspolitik der Bundesebene und kritisiert eine Überregulierung zulasten langfristiger Strukturreformen.
Die nominalen Umsätze der regionalen Betriebe gaben im Berichtszeitraum um acht Prozent nach, nachdem im vorangegangenen Jahresviertel noch ein Zuwachs registriert worden war. Besonders größere Zulieferbetriebe mussten spürbare Einbußen hinnehmen. Der Rückgang erfasste sämtliche Gewerkegruppen, wobei die Einbußen in den Bereichen für den gewerblichen Bedarf am stärksten ausfielen. Entsprechend verringerten sich auch die durchschnittlichen Auftragsreichweiten auf rund 6,6 Wochen, während die Kapazitätsauslastung der Betriebe leicht auf 79 Prozent sank.
Auf dem Arbeitsmarkt im Kammerbezirk zeigte sich ebenfalls eine Bewegung. Die Gesamtzahl der Beschäftigten sank auf 56.500 Personen, was im Vorjahresvergleich einem Rückgang entspricht. Fachleute führen diese Entwicklung vor allem auf strukturelle Veränderungen hin, da vermehrt kleinere beziehungsweise Ein-Personen-Betriebe entstehen. Die Gesamtzahl der eingetragenen Mitgliedsbetriebe stieg zum Stichtag Ende September leicht an und erreichte 12.882 Unternehmen.
Mit Blick auf die anstehende Unternehmensnachfolge planen rund 14 Prozent der Betriebe eine Übergabe innerhalb der kommenden drei Jahre. Weitere 17 Prozent visieren diesen Schritt in einem Zeitraum von vier bis sieben Jahren an. Allerdings sehen sich etwa 16 Prozent der Betriebe im selben Zeithorizont mit einer Schließung konfrontiert, während in mehr als der Hälfte der Unternehmen das Thema derzeit noch nicht bearbeitet wird.