Handwerkskammer warnt vor Finanzierungsdebatte um Berufsschulen
Die Handwerkskammer Halle fordert in der aktuellen Haushaltsdiskussion eine gesicherte Finanzierung des Berufsschulbesuchs für Pendler aus dem Saalekreis.
In Halle sorgt eine anhaltende Debatte über die städtischen Finanzen für Unruhe im regionalen Handwerk. Im Zentrum der Diskussion stehen über 900 Auszubildende, die ihren Wohnsitz außerhalb der Saalestadt haben, aber für ihre theoretische Ausbildung eine Berufsschule in Halle besuchen. Die Handwerkskammer Halle hat sich nun entschieden gegen Pläne ausgesprochen, diese Schulbesuche mit Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung zu verknüpfen.
Nach Auffassung der Kammerführung sei die duale Ausbildung auf das reibungslose Zusammenspiel zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule angewiesen. Die Zuweisung der Schulstandorte folge klaren gesetzlichen Vorgaben, Schulentwicklungsplanungen sowie bestehenden Verwaltungsvorschriften. Eine finanzuell motivierte Ausgrenzung auswärtiger Lehrlinge an den zuständigen Bildungseinrichtungen dürfe es nicht geben.
Aus Sicht der Wirtschaftsvertretung gefährdet die aktuelle Diskussion die positive Entwicklung bei den Ausbildungszahlen im Kammerbezirk. Betriebe benötigten Verlässlichkeit statt einer durch die Stadtverwaltung aufgebauten Drohkulisse. Zudem bewertet die Kammer Gastschulbeiträge als nicht mehr zeitgemäß, da diese bereits aus dem sachsen-anhaltischen Schulgesetz gestrichen worden seien. Stattdessen müsse die Politik eine tragfähige und verlässliche Finanzierung über den kommunalen Finanzausgleich innerhalb des Bundeslandes sicherstellen, um den Bildungsstandort für kommende Generationen von Fachkräften abzusichern.