Insolvente Grube Teutschenthal: Belegschaft drängt auf Entscheidung
Die Beschäftigten des insolventen Bergbaubetriebs fordern von der Landespolitik rasche Klarheit. Im September läuft das Insolvenzgeld aus.
In Halle und dem Saalekreis wächst der Druck auf die Politik bezüglich der Zukunft der Grube Teutschenthal. Die GTS Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG hatte im Juli des vergangenen Jahres einen Insolvenzantrag einreichen müssen, nachdem die Aufwendungen für die Absicherung der unterirdischen Hohlräume spürbar gestiegen waren und eine Einigung mit der Landesregierung über die Finanzierung ausblieb. Nun hat sich die Belegschaft in einem Schreiben an Ministerpräsident Reiner Haseloff und Wirtschaftsminister Sven Schulze gewandt, um eine zeitnahe Kursbestimmung einzufordern.
Das Unternehmen beschäftigt rund 90 Mitarbeiter, deren Gehälter über das Insolvenzgeld abgesichert sind, das jedoch Ende September ausläuft. Der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther steht vor der Herausforderung, den Betrieb in einem schwierigen Marktumfeld neu auszurichten. Das allgemeine Investoreninteresse in der Bundesrepublik ist gegenwärtig verhalten, zudem erschwert die Spezialisierung des Bergbauunternehmens die Suche nach Partnern. Um die wirtschaftliche Basis zu stärken, steht unter anderem eine Wiederaufnahme des Abbaugeschäfts im Raum, wodurch sowohl Umsätze erzielt als auch neue Volumina für die erforderlichen Verfüllungen entstehen könnten.
Das ehemalige Kali- und Steinsalzbergwerk dient seit Jahrzehnten der sicheren Lagerung von Industrieabfällen, Rückständen aus Müllverbrennungsanlagen sowie Altlasten. Die Stabilisierung des Untergrunds ist essenziell, um Bodensenkungen und Einstürze zu verhindern. Sollte ein Fortbestand des Unternehmens scheitern, kämen nach früheren Berechnungen des zuständigen Ministeriums erhebliche Kosten von rund 130 Millionen Euro auf die öffentliche Hand zu, sofern das Land die Sicherung des Areals eigenständig übernehmen muss. Flöther betont, dass für die kommenden Wochen eine Lösung erarbeitet werden muss, die das fachliche Know-how der Belegschaft einbindet und alle beteiligten Akteure an einen Tisch bringt.