Konflikt im Nahen Osten gefährdet Energieversorgung
Die Eskalation im Nahen Osten trifft die globalen Ölmärkte schwer. Neben blockierten Seewegen sorgt nun auch ein Anschlag auf eine wichtige Pipeline für drastische Förderdrosselungen.
In Halle und im Saalekreis richten sich die Blicke angesichts weltpolitischer Krisen verstärkt auf die Energiemärkte. Nach jüngsten Berichten aus dem Nahen Osten vom Februar verschärft sich die Lage für den internationalen Rohölhandel massiv. Neben der anhaltenden Blockade wichtiger Seewege durch iranische Maßnahmen und Aktivitäten von Huthi-Milizen im jemenitischen Küstenraum führte ein Sabotageakt an einer zentralen saudischen Pipeline zu weiteren Ausfällen.
Betroffen ist die mehr als 1.200 Kilometer lange Ost-West-Leitung, welche Rohöl vom Persischen Golf zum Roten Meer transportiert. Nach Drohnenangriffen auf Pumpstationen in den Regionen Riad und Medina musste die Infrastruktur vorsorglich abgeschaltet werden. Über die Röhren können normalerweise täglich bis zu sieben millionen Barrel des Rohstoffs unter Umgehung der Straße von Hormus befördert werden. Saudi-Arabien versuchte mit dieser Route, den Einbruch seiner Exporte abzufedern.
Analysten von Beratungsfirmen sehen durch den Ausfall der Transportwege und die zunehmenden Gefahren im Roten Meer erheblichen Aufwärtsdruck auf die Ölpreise. Marktbeobachter schätzen, dass die Notierungen in Richtung 120 US-Dollar pro Barrel steigen könnten. Dies hätte spürbare Nachwirkungen auf die Energiekosten in Europa und Deutschland, wo Verbraucher und Unternehmen bereits mit erhöhten Treibstoff- und Heizölpreisen kalkulieren müssen. Wie schwer die technischen Schäden an den saudischen Pumpstationen wiegen und wann der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden kann, bleibt gegenwärtig unklar.