Konzernumbau bei der Post: Brief- und Paketgeschäft wird DHL-Tochter
Mit einer neuen Konzernstruktur ordnet der Logistikriese seine Organisation rechtlich neu. Für das deutsche Brief- und Paketgeschäft entstehen spürbare Umstellungsaufwendungen.
In Halle und im Saalekreis agierende Unternehmen und Kunden beobachten die jüngsten strukturellen Veränderungen beim Bonner Logistikkonzern, der sich organisatorisch grundlegend neu ausrichtet. Ab dem ersten September vollzieht sich ein formell-rechtlicher Schritt, bei dem das traditionelle Brief- und Paketgeschäft als hundertprozentige Tochtergesellschaft unter das übergeordnete Dach der international agierenden DHL eingegliedert wird.
Auf der diesjährigen Hauptversammlung im Mai beschlossen die Aktionäre die organisatorische Neuausrichtung, die nun in die Realität umgesetzt wird. Die Muttergesellschaft firmiert künftig unter dem Namen DHL AG und übernimmt strategische sowie konzernübergreifende Aufgaben. Die rechtlich eigenständige Deutsche Post AG bleibt als nachgeordnete Einheit für das operative Post- und Versandgeschäft in Deutschland verantwortlich. Verantwortliche betonen am Standort, dass durch diesen Schritt in der Konzernhierarchie klare Strukturen geschaffen werden und die Marke für Kunden unverändert präsent bleibt.
Für den Umbau kalkuliert das Unternehmen einmalige Aufwendungen in Höhe von rund 37 Millionen Euro ein. Darin enthalten sind neben den konkreten Ausgliederungs- und Beratungssubstanzen auch Ausgaben für die notwendige Entflechtung der IT-Infrastruktur. Ab dem Jahr 2027 prognostiziert das Management zudem höhere administrative Zusatzkosten in Höhe von rund drei Millionen Euro jährlich für die Verwaltung der eigenständigen Tochtergesellschaft. Ungeachtet der strukturellen Änderungen bekräftigt das Unternehmen seine Investitionszusagen für den deutschen Markt und plant weiterhin jährliche Mittel im Milliardenbereich für die Modernisierung des Netzes, die Automatisierung sowie digitale Infrastrukturen ein.