Ostdeutsche Handwerkskammern fordern neue Bildungspolitik in Halle
Bei einer Konferenz in Halle an der Saale haben die Spitzenvertreter des ostdeutschen Handwerks eine Resolution beschlossen und verlässliche politische Rahmenbedingungen angemahnt.
Im September 2026 kamen die Präsidenten der Handwerkskammern aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Th zu ihrer turnusmäßigen Konferenz in Halle an der Saale zusammen. Im Mittelpunkt des Treffens standen strukturelle Umbrüche sowie der anhaltende Fachkräftemangel, vor dessen Hintergrund die Interessenvertreter eine umfassende Resolution verabschiedeten.
### Appell an die Politik
Die Delegierten der insgesamt 13 Kammerbezirke richteten einen dringenden Aufruf an Bund, Länder und Kommunen. Das ostdeutsche Handwerk bilde das wirtschaftliche Fundament der Regionen und übernehme darüber hinaus unverzichtbare Versorgungs- sowie Integrationsaufgaben. Nach Angaben der Kammern erwirtschaften rund 168.000 Betriebe einen jährlichen Umsatz von 100 Milliarden Euro. Gleichzeitig bietet der Sektor 850.000 Beschäftigten einen sicheren Arbeitsplatz und trägt maßgeblich zur finanziellen Stabilität vieler Kommunen bei.
Neben der rein ökonomischen Leistung hoben die Teilnehmenden die zivilgesellschaftliche Bedeutung der Meister- und Innungsbetriebe hervor. Als Förderer des lokalen Sports, der Freiwilligen Feuerwehren, kultureller Initiativen und kommunaler Gremien bilden die Unternehmen einen zentralen sozialen Kitt in Städten und ländlichen Räumen.
Um diese Funktionen langfristig zu sichern, forderten die Kammerspitzen konkrete bildungspolitische Schritte. Dazu zählen eine verbindliche Berufsorientierung an allen Schulformen, ein flächendeckendes Netz an Berufsschulen sowie finanzielle Erleichterungen für Auszubildende bei den Unterbringungskosten. Die Nachwuchsgewinnung und die Meisterqualifizierung stellen die Branche vor immense Aufgaben, die nach Ansicht der Wirtschaftsvertreter nur durch verlässliche politische Rahmenbedingungen zu bewältigen sind.