Zinswende in der Schweiz erfasst auch globale Finanzmärkte
Die Schweizerische Nationalbank steht vor dem Abschied von ihrer Nullzinspolitik. Ökonomen erwarten erste Zinsschritte in den kommenden Quartalen.
In der Schweiz zeichnet sich das Ende der langjährigen Nullzinsphase ab. Laut Analysen der Schweizerischen Nationalbank zieht die Teuerung in der Alpenrepublik spürbar an, auch wenn sie im europäischen Vergleich weiterhin auf einem niedrigen Niveau verbleibt. Für die kommenden sechs Monate kalkulieren die Währungshüter nun mit einer Teuerungsrate von 1,2 Prozent, nachdem zuvor noch von 0,8 Prozent ausgegangen worden war.
### Auswirkungen auf Wechselkurse und Währungspolitik
Die veränderte Gemengelage schlägt sich unmittelbar auf die Devisenmärkte nieder. Der Schweizer Franken verlor gegenüber dem Euro an Wert und notiert nahe seinem Tiefstand der vergangenen zwölf Monate. Experten führen diese Entwicklung auf eine sich öffnende Zinsschere zwischen der Schweizer Notenbank sowie der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank Federal Reserve zurück. Bislang hinkte die Schweizerische Nationalbank dem internationalen Zinsanhebungszyklus hinterher.
Finanzmarktexperten bewerten die jüngste Schwäche der Landeswährung als Basis für eine moderate Straffung der Geldpolitik. Während der Leitzins bei der jüngsten Sitzung noch bei null Prozent belassen wurde, gehen Beobachter davon aus, dass die letzte Notenbank mit einer Nullzinspolitik weltweit im kommenden Jahr nachziehen wird. Als wahrscheinlicher Zeitpunkt für den ersten Zinsschritt gilt der Zeitraum zwischen Dezember und März. Eine solche Maßnahme dürfte die Abwertung des Schweizer Frankens vorerst abfedern, wobei die künftige Zinsentwicklung stark von der globalen Inflation und den geldpolitischen Entscheidungen im Euroraum sowie in den Vereinigten Staaten abhängt.