Airbus prüft Optionen für Rüstungskooperation
Nach dem Ende des deutsch-fränkischen FCAS-Programms orientiert sich der Luftfahrtkonzern Airbus neu. Im Fokus steht dabei das internationale Kampfjet-Projekt GCAP.
Halle (Saale) und der Saalekreis beobachten die Entwicklungen in der europäischen Rüstungsindustrie genau, da strategische Großprojekte der Luft- und Raumfahrt häufig weitreichende Zulieferstrukturen und technologische Verflechtungen berühren. Nach aktuellen Medienberichten aus dem Düsseldorfer Handelsumfeld sondiert der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus derzeit eine Beteiligung an dem multinationalen Rüstungsvorhaben GCAP.
### Strategische Neuausrichtung in der Luftfahrt
Führungskräfte des Unternehmens planen nach übereinstimmenden Berichten der Finanzpresse Zusammenkünfte mit Verantwortlichen des britischen Rüstungsriesen BAE Systems. Hintergrund dieser Sondierungen ist das faktische Scheitern des gemeinsamen deutsch-fränkischen Luftkampfsystems FCAS. Sowohl die Bundesrepublik als auch Airbus suchen nach alternativen Wegen, um an der Entwicklung von Kampfflugzeugen der kommenden Generation mitzuwirken. Neben dem britisch-italienisch-japanischen GCAP-Konsortium gilt dabei auch eine Kooperation mit schwedischen Partnern als denkbare Option.
Das im Jahr 2022 initiierte GCAP-Programm zielt auf die Konstruktion eines fortschrittlichen Tarnkappen-Mehrzweckjets ab, dessen Indienststellung für das Jahr 2035 anvisiert wird. Für neue Partner wie Airbus bringt eine späte Integration jedoch logistische Hürden mit sich, da bestehende Strukturen bereits fortgeschritten sind. Neben dem Flugzeugbau selbst stehen bei den aktuellen Gesprächen auch alternative Technologiebereiche im Raum. Dazu gehören unbemannte, kollaborative Kampfflugzeuge sowie die sogenannte Combat Cloud, die als digitales Rückgrat den Informationsaustausch zwischen fliegenden Einheiten, unbemannten Systemen und bodengestützten Radaranlagen sicherstellen soll. Offizielle Stellungnahmen der beteiligten Konzerne liegen bislang nicht vor.