Ausbildungsstart im Handwerk: Realschulabschluss dominiert
Die Handwerkskammer Halle verzeichnet im südlichen Sachsen-Anhalt einen klaren Trend bei den Schulabschlüssen von Auszubildenden und fordert bessere Lernbedingungen an Sekundarschulen.
Bis zum Ende des Monats September haben im südlichen Sachsen-Anhalt insgesamt 1.327 Personen eine berufliche Ausbildung im Handwerk begonnen. Die Handwerkskammer Halle veröffentlichte nun detaillierte statistische Daten zur Vorbildung der neuen Nachwuchskräfte im Kammerbezirk.
Den größten Anteil an den Ausbildungsstartern stellen demnach Absolventen mit einem Realschulabschluss, die rund 57,8 Prozent der Anfänger ausmachen. Etwa jeder vierte neue Lehrling, konkret rund 23,8 Prozent, verfügt über einen Hauptschulabschluss. Zudem zeigt sich eine Differenz bei der Hochschulreife zwischen den Geschlechtern: Unter den weiblichen Auszubildenden besitzen etwa 16,5 Prozent das Abitur oder die Fachhochschulreife, während dieser Anteil bei den männlichen Berufstartern bei rund 9,7 Prozent liegt.
Angesichts dieser statistischen Verteilung hat der Präsident der Handwerkskammer Halle, Thomas Keindorf, Nachbesserungen im schulischen Bereich angemahnt. Da die überwiegende Mehrheit der angehenden Handwerker von Sekundarschulen kommt, fordert die Kammer eine deutlich bessere materielle und technische Ausstattung dieser Bildungseinrichtungen. Insbesondere im Realschulzweig sei eine Optimierung notwendig, um die fachliche Qualungsbasis zu stärken. Eine verbesserte Schulausstattung trage unmittelbar dazu bei, das Fundament für erfolgreiche Ausbildungsverläufe zu legen und dem anhaltenden Mangel an qualifizierten Fachkräften in der Region entgegenzuwirken. Betriebe im Handwerk erwarten laut Kammerangaben zu Recht entsprechend vorbereitete Schulabgänger.