Börsenrekord trotz industrieller Delle
Der deutsche Leitindex erreicht neue Höchststände, gestützt durch politische Entwicklungen in den USA. Dennoch bleibt die Stimmung in der heimischen Wirtschaft angespannt.
Frankfurt am Main verzeichnete an den Finanzmärkten eine historische Bestmarke. Der deutsche Leitindex Dax kletterte auf 26.644,33 Punkte und übertraf damit den bisherigen Höchstwert aus dem August desselben Jahres, der bei 26.628,74 Zählern gelegen hatte.
Auslöser für den jüngsten Schub waren vor allem die Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten. Ein deutlicher Wahlerfolg der Demokraten sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat sorgte für neue Impulse an den Handelsplätzen. Marktbeobachter werten die klaren Mehrheitsverhältnisse als stabilisierenden Faktor, der politische Unwägbarkeiten minimiert. Zusätzliche Unterstützung erhielt das Börsenbarometer durch sinkende Energiekosten für Rohöl sowie positive Geschäftszahlen verschiedener Konzerne.
Demgegenüber stehen erhebliche Kursverluste bei einzelnen Unternehmen wie dem Rüstungshersteller Rheinmetall, dessen Aktien nach einer erneuten Prognosekorrektur einen kräftigen Einbruch verzeichneten. Wirtschaftsexperten weisen zudem darauf hin, dass die positive Entwicklung an den Kapitalmärkten im Kontrast zu den anhaltenden Problemen der Realwirtschaft steht. Insbesondere der industrielle Sektor sieht sich aufgrund internationaler Handelskonflikte und verschärfter Konkurrenzbedingungen zu Restrukturierungen und Personalabbau gezwungen, während Anleger ihren Fokus vor allem auf die Gewinnperspektiven der großen Standardwerte richten.