E-Auto-Prämie: Chinesische Marken verdrängen deutsche Hersteller
Die staatliche Förderung für Elektromobilität treibt im Oktober die Neuzulassungen in Deutschland nach oben. Profitieren davon tun vor allem chinesische Autobauer zulasten etablierter deutscher Konzerne.
Im Oktober hat die Nachfrage nach reinen Elektrofahrzeugen auf dem deutschen Markt spürbar zugelegt. Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes belegen für den Berichtsmonat rund 94.000 Neuzulassungen von Stromern, was einem Anteil von mehr als einem Drittel am Gesamtmarkt entspricht. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies einen Zuwachs von etwa 80 Prozent. Neben staatlichen Förderinstrumenten treiben vor allem gestiegene Kraftstoffpreise diese Entwicklung voran.
Während dieser Anstieg klimapolitische Zielvorgaben unterstützt, gerät die heimische Automobilindustrie zunehmend unter Druck. Auswertungen von Kfz-Versicherungsdaten verdeutlichen, dass etablierte deutsche Marken in den ersten drei Quartalen des Jahres erhebliche Marktanteile an asiatische Mitbewerber abgeben mussten. Autofahrer, die sich für einen elektrischen Neuwagen von Herstellern wie BYD, XPeng oder Leapmotor entschieden, wechselten überwiegend von Modellen der Marken Volkswagen, Opel oder Mercedes zu den Importangeboten.
Besonders stark fallen die Zuwächse bei preisgünstigen Volumenmodellen ins Gewicht. Marktbeobachter betonen, dass asiatische Hersteller in diesem Segment gezielt Lücken besetzt haben, die von europäischen Anbietern bislang nicht ausreichend bedient wurden. Auch das Verhältnis von Preis und Leistung wird Branchenanalysten zufolge als entscheidender Faktor für den Erfolg der neuen Marktteilnehmer genannt. Während die staatliche Prinzipsatzung ursprünglich darauf ausgerichtet war, die inländische Industrie zu stützen, zeigt sich in der Praxis ein gegenteiliger Effekt zugunsten internationaler Importmarken.