Finanzinvestor EQT plant Übernahme des Labordienstleisters Qiagen
Der schwedische Investor EQT strebt gemeinsam mit Partnern die vollständige Übernahme des Diagnostikkonzerns Qiagen an.
Halle News - Ein schwedisches Konsortium treibt eine Milliardenübernahme im Pharmasektor voran. Wie das betroffene Unternehmen am Mittwochabend nach Handelsschluss bekanntgab, plant der Finanzinvestor EQT den Kauf des Labordienstleisters Qiagen. Für diesen Schritt schlossen die beteiligten Parteien eine entsprechende Vereinbarung über einen Zusammenschluss, die auch von den Gremien des Diagnostikkonzerns unterstützt wird. An dem Vorhaben beteiligen sich neben EQT nach Angaben der Unternehmen zudem der Staatsfonds von Abu Dhabi sowie der kanadische Pensionsfonds CPP Investment Board.
Für jede Aktie des im Dax gelisteten Unternehmens ist ein Barbetrag von 46,50 Euro vorgesehen. Das Angebot bewertet den Gesamtkonzern inklusive der bestehenden Verbindlichkeiten mit rund 10,8 Milliarden Euro. Damit das Vorhaben erfolgreich verläuft, setzt das Konsortium eine Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent des Grundkapitals zuzüglich einer Aktie voraus. Vor der Bekanntgabe notierte das Qiagen-Papier im Xetra-Handel nahezu unverändert bei 42,80 Euro, während im US-Handel ein Kursplus von 2,3 Prozent auf etwa 50 US-Dollar verzeichnet wurde.
Über mögliche Verkaufsabsichten war im Vorfeld bereits länger spekuliert worden, nachdem der Konzern im Frühjahr die Prüfung strategischer Optionen durch beauftragte Banken bestätigt hatte. Dieser Prozess sollte unter der im September angetretenen Führung des neuen Vorstandschefs Jonathan Pratt fortgeführt werden. Die jüngsten Entwicklungen führten zudem dazu, dass der Konzern mit der Bekanntgabe vorläufiger Ergebnisse für das dritte Quartal den Ausblick für das Jahr 2026 bis auf Weiteres aussetzte.