IAB-Prognose: Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt steht vor Belastungsprobe
Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung rechnen für das Jahr 2027 mit sinkenden Beschäftigtenzahlen und steigender Arbeitslosigkeit im Bundesland.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat im Oktober 2026 seine regionalen Prognosen für den Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt veröffentlicht. Demnach müssen sich Regionen wie Halle und der Saalekreis im kommenden Jahr auf einen rückläufigen Verlauf einstellen. Im Mittelwertszenario prognostizieren die Experten für 2027 rund 780.800 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im Land, was einem Rückgang von 0,6 Prozent beziehungsweise 4.600 Stellen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Pessimistische Berechnungen sehen sogar einen Verlust von bis zu 13.700 Jobs voraus.
### Regionale Konjunktur und demografischer Wandel
Neben sinkenden Beschäftigtenzahlen geht die Analyse von einer ansteigenden Arbeitslosigkeit aus. Im Landesdurchschnitt wird im mittleren Szenario für 2027 mit rund 91.000 erwerbslosen Personen gerechnet, was einem Zuwachs von 1,4 Prozent entspricht. Verantwortlich für diese Entwicklung sind laut Einschätzung von Fachleuten eine anhaltende konjunkturelle Schwächephase sowie die demografische Transformation. Insbesondere Branchen wie die Industrie, das Baugewerbe und die Zeitarbeit leiden unter den Nachwirkungen der wirtschaftlichen Flaute und internationaler Wettbewerbsnachteile. Demgegenüber verzeichnen Bereiche wie das Gesundheitswesen, die Pflege und die Erziehung einen konstanten Personalbedarf, der durch den Strukturwandel zusätzlich an Dynamik gewinnt.