Industriekrise: Warum deutsche Firmen nach Ungarn drängen
Hohe Kosten und sinkende Margen belasten die Industrie in Deutschland. Immer mehr Unternehmen verlagern ihre Produktion daher nach Osteuropa.
Deutsche Industrieunternehmen stehen angesichts steigender Belastungen und rückläufiger Nachfragen vor massiven wirtschaftlichen Herausforderungen. Steigende Ausgaben für Energie und Fertigung treffen auf einen wachsenden Margendruck, während Abnehmer ihre Einkaufspreise reduzieren. Als Konsequenz aus diesen Rahmenbedingungen orientieren sich zahlreiche Betriebe neu und suchen nach kostengünstigeren Produktionsbedingungen im Ausland.
Besonders osteuropäische Standorte rücken dabei in den Fokus der produzierenden Wirtschaft. Vor allem Ungarn hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Anziehungspunkt für die Automobilindustrie und den dazugehörigen Zuliefersektor entwickelt. Neben namhaften Fahrzeugherstellern investieren auch internationale Zulieferer massiv in neue Kapazitäten vor Ort.
Unternehmensbefragungen verdeutlichen diesen Trend: Eine Mehrheit der befragten Geschäftsführer rechnet in den kommenden Jahren mit einem anhaltenden Stellenabbau an heimischen Standorten. Gleichzeitig wird der Aufbau von Kapazitäten in osteuropäischen Regionen als zunehmend attraktiv bewertet. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind neben geringeren Lohnkosten auch flexiblere Arbeitszeitmodelle und niedrigere Krankenstandsquoten im Betriebsvergleich. Während einige Betriebe ihre Fertigung schrittweise komplett ins Ausland verlegen, setzen andere auf eine markgnahe Produktion direkt in den jeweiligen Absatzmärkten.