Krise beim Autobauer: Mercedes plant radikalen Sparkurs in Deutschland
Der Stuttgarter Automobilkonzern Mercedes-Benz drückt auf die Kostenbremse. Wegen sinkender Margen und starker Konkurrenz stehen in deutschen Werken drastische Einschnitte im Raum.
Der Automobilkonzern Mercedes-Benz steht vor massiven Einschnitten an seinen deutschen Produktionsstandorten. Laut Berichten der WirtschaftsWoche aus dem September tourt die Konzernspitze derzeit durch die heimischen Werke, um die Belegschaft auf einen drastischen Sparkurs einzustimmen. Das Unternehmen fordert Einsparungen in Höhe von 800 Millionen Euro jährlich.
Im Fokus stehen dabei hohe Produktionskosten im Vergleich zu ausländischen Standorten sowie veränderte Marktbedingungen, insbesondere auf dem chinesischen Absatzmarkt. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, diskutiert das Management neben der Streichung von Sonderzahlungen auch die Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit von 35 auf bis zu 40 Stunden bei gleichbleibender Vergütung. Bei anhaltenden Verlusten drohen nach Angaben des Vorstandes strukturelle Verlagerungen oder Schließungen von Fahrzeug- und Komponentenwerken.
Der Autobauer beschäftigt einen Großteil seiner weltweiten Belegschaft in Deutschland und ist durch langfristige Modellzyklen an die hiesigen Kostenstrukturen gebunden. Betriebsräte reagieren vielerorts mit Widerstand auf die angekündigten Sparmaßnahmen. Eine offizielle Entscheidung des Aufsichtsrates oder Vorstandes steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch aus.