Maschinenbau blickt optimistischer auf das vierte Quartal
Eine Branchenumfrage zeigt eine gestiegene Zuversicht im deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Dennoch bleibt die Beschäftigungssituation angespannt.
In Frankfurt am Main hat der Branchenverband VDMA im Oktober Daten zur Verfassung des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus veröffentlicht. Demnach verzeichnet die Schlüsselindustrie eine spürbare Stimmungsaufhellung, während gleichzeitig Risiken für den Arbeitsmarkt fortbestehen.
Laut der Befragung von knapp 800 Unternehmen bewerteten im dritten Quartal rund 34 Prozent der Teilnehmer ihre geschäftliche Situation als positiv. Im Vergleich zum Vormonat Juli, in dem dieser Wert bei 28 Prozent lag, stellt dies einen Zuwachs dar. Demgegenüber schätzen rund 22 Prozent ihre gegenwärtige Verfassung negativ ein. Auch die Zukunftserwartungen zeigen sich optimistischer: Ein Drittel der Betriebe rechnet in den folgenden sechs Monaten mit einer Besserung der Lage, während lediglich zehn Prozent von einer negativen Entwicklung ausgehen.
Impulse erhält der Sektor vor allem aus kleineren Abnehmerfeldern wie der Rüstungsbranche, der Luft- und Raumfahrt sowie der Medizintechnik. Auch die Elektronikindustrie liefert durch Investitionen in künstliche Intelligenz positive Effekte. Belastend wirken hingegen die anhaltenden Schwierigkeiten in der Chemiebranche sowie die Krise der Automobilwirtschaft, die insbesondere Teilbereiche wie Robotik und Automation trifft.
Trotz des vorsichtigen Optimismus bleibt das wirtschaftliche Umfeld durch internationale Konflikte, den intensiven Wettbewerb mit chinesischen Anbietern und hohe Standortkosten belastet. Mehr als die Hälfte der Firmen kalkuliert im laufenden Jahr mit steigenden Umsätzen, im kommenden Jahr gehen sogar 62 Prozent davon aus.
Für den Arbeitsmarkt in Deutschland signalisiert der Verband jedoch anhaltenden Druck. Mehr als 30 Prozent der befragten Betriebe sehen sich zu Personalkürzungen gezwungen, wohingegen weniger als ein Fünftel Neueinstellungen plant. Der Verband verweist darauf, dass seit dem Jahr 2019 im Zuge von Branchenveränderungen und Krisen rund 100.000 Arbeitsplätze am Standort Deutschland verloren gegangen sind.