Millioneninvestition: Wasserwerk Beesen wird umgerüstet
Bis zum Jahr 2030 entsteht in Halle ein modernes Spitzenlastwasserwerk, um die regionale Trinkwasserversorgung angesichts des Klimawandels abzusichern.
In Halle an der Saale startet ein bedeutendes Infrastrukturvorhaben zur langfristigen Sicherung der regionalen Trinkwasserversorgung. Das bestehende Wasserwerk Beesen wird bis zum Jahr 2030 zu einer hochmodernen Anlage für den Spitzenlastbetrieb umgebaut. Angesichts steigender Temperaturen und anhaltender Trockenperioden stehen die traditionellen Gewinnungsstrukturen in Sachsen-Anhalt zunehmend unter Belastung. Laut Angaben des Aufsichtsratsvorsitzenden der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz, Matthias Lux, erreichen die Kapazitäten der großen Fernwasserversorger in heißen Wochen Auslastungen von bis zu 97 Prozent. Das Projekt soll daher dringend benötigte Puffer schaffen und gleichzeitig künftige Industrieansiedlungen in der Region durch eine verlässliche Ressourcenzufuhr unterstützen.
Das finanzvolumen des Vorhabens beläuft sich auf rund 65 Millionen Euro. Zur Finanzierung trugen Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und der Landesumweltminister Armin Willingmann im August 2026 mit der Übergabe eines Förderbescheids in Höhe von insgesamt rund 53 Millionen Euro bei. Diese Summe speist sich aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie aus einem Sondervermögen des Bundes. Die restlichen Kosten werden über andere Kanäle gedeckt.
Ein wesentlicher wirtschaftlicher und ökologischer Aspekt des Umbaus ist die Weiternutzung der vorhandenen baulichen Anlagen. Durch diesen Schritt reduziert sich der CO₂-Ausstoß im Vergleich zu einem kompletten Abriss und Neubau um etwa 30 Prozent. Die technologische Konzeption sieht vor, dass die Anlage im Regelbetrieb ressourcenschonend im Stand-by-Modus verbleibt und im Bedarfsfall binnen kurzer Frist eine Tageshöchstleistung von 20.000 Kubikmetern bereitstellen kann. Das aus rund 250 Brunnen der Saale-Elster-Aue geförderte Rohwasser fließt nach der Aufbereitung direkt in das Leitungsnetz der Fernwasserversorgung.
Mit dem offiziellen Start der Bauarbeiten im September 2026 soll der Zeitplan bis zur Inbetriebnahme im Jahr 2030 umgesetzt werden. Oberbürgermeister Alexander Vogt hob hervor, dass die Verbindung aus der Modernisierung bestehender Standorte und dem Ausbau der technologischen Resilienz einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung und Versorgungssicherheit in Halle und dem Saalekreis leistet.