Übernahmeringen um Commerzbank: Bundesregierung fordert Zusagen
Die Bundesregierung drängt im Übernahmeprozess der Commerzbank auf verbindliche Standortgarantien und Bedingungen vom italienischen Finanzinstitut Unicredit.
Im Frankfurter Bankensektor verdichten sich die Auseinandersetzungen um die Zukunft der Commerzbank. Die Bundesregierung pocht auf zeitnahe und verbindliche Zusagen durch den Chef der italienischen Unicredit, Andrea Orcel. Nach entsprechenden Regierungsangaben geht es dabei um den Erhalt des institutionellen Sitzes in Frankfurt am Main, die Absicherung des regionalen Mittelstandsgeschäfts sowie die Verankerung wesentlicher Entscheidungsprozesse in Deutschland. Vorausgegangen waren Beratungen zwischen Vertretern des Bundes und der Führungsebene der italienischen Bank.
Parallel dazu zeichnen sich personelle Konflikte ab. Berichten zufolge strebt das Management der Unicredit an, im Zuge der Transaktion weitreichende Veränderungen in der Führungsstruktur vorzunehmen. Dazu zitiert das Finanzinstitut Überlegungen, sämtliche Anteilseigner im Aufsichtsrat auszutauschen und die Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp vorzeitig abzulösen. Dies soll nach Erlangung der behördlichen Freigaben über eine außerordentliche Hauptversammlung durchgesetzt werden. Die aktuelle Vorstandschefin verweist derweil auf ihren bis zum Jahr 2029 laufenden Vertrag, knüpft diesen jedoch an das Vertrauen des Aufsichtsgremiums.
Der Bund ist als zweitgrößter Anteilseigner über ein Aktienpaket von rund 13 Prozent an dem Geldhaus beteiligt. Diese Position resultiert aus staatlichen Stützungsmaßnahmen während der globalen Finanzkrise. Eine finale Entscheidung der Europäischen Zentralbank über den grenzüberschreitenden Zusammenschluss wird im Oktober erwartet.