Zukunft der Gasnetze: Stadtwerke planen Umbau
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass zahlreiche kommunale Versorger ihre Gasnetze in den kommenden Jahren schrumpfen lassen oder ganz abschalten wollen.
Die deutsche Energiewirtschaft steht vor tiefgreifenden Strukturveränderungen. Einer Erhebung des Verbands kommunaler Unternehmen zufolge beabsichtigt gut ein Drittel der kommunalen Versorgungsunternehmen in der Bundesrepublik, ihre Gasinfrastruktur in naher Zukunft entweder teilweise oder vollständig außer Betrieb zu nehmen. Während rund 13 Prozent der Befragten einen kompletten Rückzug aus dem Gasnetzbetrieb anstreben, erwägt ein Viertel eine Kombination aus Weiterbetrieb und teilweiser Stilllegung. Der Anteil der Betreiber ohne konkrete Beschlüsse liegt demnach bei 38 Prozent.
Im Zuge der langfristigen Klimaschutzziele bis zum Jahr 2045 richten viele Betreiber ihren Fokus auf alternative Heizungslösungen. Die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen plant den künftigen Ausbau eines Portfolios, das primär auf Wärmepumpen und Fernwärme setzt. Der Anteil jener Versorger, die auf den Einsatz grüner Gase in den Netzen setzen, beläuft sich auf 17 Prozent.
Aus Sicht der Branchenvertretung herrscht unter den Akteuren beträchtliche Planungsunsicherheit. Um den infrastrukturellen Wandel rechtssicher zu gestalten und Investitionen in die Wärmewende zu ermöglichen, fordern die Verantwortlichen rasche legislative Rahmenbedingungen durch die Bundespolitik. Benannt werden in diesem Zusammenhang insbesondere Anpassungen des Energiewirtschaftsgesetzes sowie verbindliche Strategien für Biomethan und den Wärmesektor.