Kreishandwerkerschaft verabschiedet neuen Fachkräftenachwuchs
In der halleschen Moritzkirche erhielten 60 Absolventen ihre Gesellenbriefe. Vertreter aus Wirtschaft und Politik betonten die fundamentale Rolle des Handwerks für die Regionalentwicklung.
Die Kreishandwerkerschaft Halle-Saalekreis hat im August 2026 insgesamt 60 junge Gesellinnen und Gesellen feierlich in das Berufsleben verabschiedet. Die historische Moritzkirche bildete den Rahmen für die Übergabe der Dokumente an die erfolgreichen Nachwuchskräfte, die sich zuvor in elf unterschiedlichen Ausbildungsberufen den Sommerprüfungen gestellt hatten. Insgesamt waren 92 Prüflinge angetreten.
### Fachkräftebedarf und gesellschaftliche Anerkennung
Unter den Absolventen hob sich Dennis Hoffmann aus dem Dachdeckerhandwerk als Jahrgangsbester hervor, der seine Abschlussprüfung mit 91,24 Prozent absolvierte. Kreishandwerksmeister Lothar Dieringer nutzte die Veranstaltung in Halle (Saale), um den zahlreichen ehrenamtlichen Prüfern und Ausbildern zu danken. Gleichzeitig äußerte er Kritik daran, dass das Engagement im Handwerk im öffentlichen Raum bisweilen zu wenig Beachtung finde. Mit Blick auf technologische Entwicklungen betonte Dieringer, dass Künstliche Intelligenz handwerkliche Tätigkeiten wie das Decken von Dächern oder die Reparatur von Heizungen nicht ersetzen könne.
Sabrina Adler, Vizepräsidentin der Handwerkskammer Halle, verwies auf die historische Bedeutung des Berufsstandes für die Saalestadt, deren Entwicklung neben dem Salz maßgeblich durch das Handwerk geprägt wurde. Angesichts des demografischen Wandels und des bevorstehenden Ausscheidens erfahrener Fachkräfte rechnet die Kammer zwar mit längeren Wartezeiten für Kunden, sieht darin jedoch zugleich eine steigende gesellschaftliche Wertschätzung des Gewerbes. Auch Halles Baudezernent René Rebenstorf, der selbst eine Ausbildung zum Fliesenleger absolviert hatte, würdigte in seinem Grußwort den Wert der praktischen Berufsausbildung für den regionalen Arbeitsmarkt.