Steigende Energiekosten belasten Handwerksbetriebe im Saalekreis
Hohe Ausgaben für Kraftstoffe und Lieferungen bringen regionale Unternehmen unter Druck. Handwerker fordern langfristige Entlastungen von der Politik.
Die wirtschaftlichen Belastungen durch stark gestiegene Energie- und Kraftstoffpreise setzen Handwerksbetriebe im Saalekreis zunehmend unter Druck. Am Beispiel des Elektrobetriebs Bohnefeld aus Schlettau zeigt sich, wie stark die Ausgaben für den Fuhrpark und für Baumaschinen in den vergangenen Jahren angewachsen sind. Bis zum September summierten sich die reinen Spritkosten für knapp einhundert Fahrzeuge auf rund 476.000 Euro. senior-Chef Helmut Bohnefeld verweist auf eine historische Preissteigerung für Diesel im Vergleich zu den Vorjahrzehnten, während der durchschnittliche Literpreis aktuell bei rund 2,30 Euro liegt.
Neben dem eigenen Fuhrpark schlagen vor allem die Nebenkosten und Materiallieferungen zu Buche. Speditionen und Lieferanten legen Energiezuschläge und Pauschalen auf die Transportpreise um. Da der Betrieb jedoch an langfristige Ausschreibungen und feste Rahmenverträge gebunden ist, lassen sich diese Mehrkosten nicht zeitnah oder vollständig an die Kundschaft weitergeben. Auch die Aussicht auf eine vollständige Umstellung des Fuhrparks auf Elektromobilität erweist sich angesichts der enormen Investitionskosten im laufenden Geschäftsbetrieb derzeit als wirtschaftlich kaum umsetzbar.
Um auf die finanzielle Belastung zu reagieren, optimiert der Betrieb interne Abläufe, reduziert Fremdleistungen und vermeidet unnötige Leer- und Doppelfahrten. Dennoch bleibt der Handwerkssektor nach Einschätzung der Handwerkskammer Halle stark von den globalen Energiemärkten abhängig. Dirk Neumann von der Kammer bewertet die zeitlich begrenzte Senkung der Energiesteuer ab Oktober zwar als positives Signal, stuft die Maßnahme jedoch als unzureichend für eine nachhaltige Entlastung ein. Gefordert werden von Branchenvertretern langfristige und dauerhafte strukturelle Anpassungen, um die heimische Wirtschaft vor dauerhaften Wettbewerbsnachteilen zu schützen.