Chinas Handelsüberschuss steuert auf historische Marke zu
Die chinesischen Ausfuhren haben im September kräftig zugelegt und treiben den Handelsbilanzüberschuss massiv nach oben. Internationale Partner fordern Gegenmaßnahmen.
Chinas Exportwirtschaft verzeichnet ein starkes Wachstum, das den Handelsbilanzüberschuss des Landes rasant ansteigen lässt. Nach Angaben der Zollbehörde vom Mittwoch kletterten die Ausfuhren im September im Vorjahresvergleich in US-Dollar gerechnet um 36,3 Prozent. Gleichzeitig legten die Importe um 31 Prozent zu. Im Handel mit Deutschland verzeichnete die Volksrepublik bei den Exporten ein Plus von 31,4 Prozent, während die Einfuhren aus der Bundesrepublik auf dem Niveau des Vorjahres verharrten. Auch in der restlichen Europäischen Union stiegen die Ausfuhren deutlich an.
Der Überschuss in der Handelsbilanz summierte sich in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres auf 938 Milliarden US-Dollar. Analysten gehen davon aus, dass die symbolische Schwelle von einer Billion Dollar bereits im Oktober und damit früher als im Vorjahr überschritten wird. Haupttreiber für diese Entwicklung sind neben einer schwachen Binnennachfrage die global starke Nachfrage nach chinesischen Technologie- und Anwendungslösungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Die dynamische Entwicklung verschärft die Handelskonflikte mit den westlichen Partnern. Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten drängen auf einen Abbau des Handelsungleichgewichts. Zuletzt verständigten sich Brüssel und Peking im Rahmen von Gesprächen darauf, die Einfuhren von Hybridfahrzeugen zu beschränken. Zudem kündigte die chinesische Regierung an, die Mehrwertsteuer-Erstattung für Elektroauto-Exporte ab April 2027 schrittweise zu senken, um den inländischen Preiswettbewerb zu konsolidieren und die Exportdynamik zu moderieren.