EU und China einigen sich auf Drosselung von Hybridauto-Exporten
Eine Vereinbarung zur Halbierung der Ausfuhren chinesischer Hybridfahrzeuge stößt in Europa auf verhaltenes Echo.
In den Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und China sorgt eine neu vereinbarte Begrenzung von Hybridfahrzeugen für Zurückhaltung. Nach Angaben von Verhandlungsführern in Peking vom Freitagabend sieht das Abkommen vor, die Ausfuhr solcher Fahrzeuge aus der Volksrepublik in den europäischen Binnenmarkt binnen eines Vierjahreszeitraums um die Hälfte zu reduzieren. Als Referenzwert für die Einigung gilt demnach das erwartete Liefervolumen für das laufende Jahr, welches in Brüsseler Kreisen auf 600.000 bis 800.000 Einheiten beziffert wurde.
Vertreter der europäischen Wirtschaft und Politik bewerteten den Schritt überwiegend als unzureichenden Etappenerfolg. Kritiker bemängeln insbesondere das Fehlen klarer Umsetzungsdetails sowie konkreter absoluter Zielzahlen. Der europäische Automobilverband ACEA sowie der Verband der Deutschen Automobilindustrie äußerten sich zwar prinzipiell aufgeschlossen, verwiesen jedoch auf die Notwendigkeit einer detaillierten Prüfung der Rahmenbedingungen. Der Marktanteil chinesischer Marken im Segment der Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeuge war zuvor im ersten Halbjahr spürbar gestiegen, was Beobachter als Reaktion auf bestehende Antisubventionszölle der EU werten.
Diplomaten und Parlamentarier warnten in diesem Zusammenhang vor zeitlichen Verzögerungen bei weiteren Handelsfragen. Der anhaltende wirtschaftliche Druck auf Schlüsselindustrien wie den Maschinenbau, die Chemie und die Automobilwirtschaft erfordere rasche Folgeschritte in den im Januar anstehenden Verhandlungsrunden.