Millioneninvestition an der Saale: Kritik an neuer Radlerbrücke
Die Stadt Halle plant den Bau einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Saale. Das Millionenprojekt ruft jedoch heftigen Widerstand bei Anwohnern und Bürgerinitiativen hervor.
In Halle sorgt ein geplantes Infrastrukturvorhaben für kontroverse Diskussionen zwischen Verwaltung, Bürgern und Interessengemeinschaften. Im Oktober 2026 steht der Bau einer neuen Brücke für den Fuß- und Radverkehr über die Saale im Fokus, die den Bereich zwischen der Saline und dem Sandanger verbinden soll. Nach Angaben der Stadtverwaltung belaufen sich allein die direkten Kosten für diesen Bauabschnitt auf rund 4,1 Millionen Euro.
Kritiker aus der Anwohnerschaft und der Interessengemeinschaft Hochwasserschutz Altstadt bezweifeln jedoch die Wirtschaftlichkeit des Gesamtvorhabens. Sie kalkulieren Gesamtkosten von etwa zehn Millionen Euro für das Projekt ein und verweisen auf die angespannte Haushaltslage der Kommune. Neben der finanziellen Belastung stehen vor allem ökologische Bedenken und Fragen des Hochwasserschutzes im Mittelpunkt der Debatte. So befürchten Kritiker den Verlust von Waldflächen und betonen, dass in unmittelbarer Nähe bereits leistungsfähige Querungen existieren, weshalb der verkehrliche Nutzen bezweifelt wird.
Zudem wird angeführt, dass das Bauwerk im Hochwasserfall als Barriere wirken und Treibgut aufstauen könnte, was die Gefährdung angrenzender Wohngebiete erhöhe. Die Stadtverwaltung begründet das Vorhaben hingegen mit einer besseren Anbindung der Altstadt an das Naherholungsgebiet Peißnitz sowie einer Stärkung des Rad- und Wassertourismus in der Region.