US-Notenbank vor richtungsweisendem Zinsentscheid
Experten erwarten angesichts anhaltender Inflation und geopolitischer Spannungen keine sofortige Veränderung des Leitzinssatzes durch die Federal Reserve.
In der kommenden Woche steht die Federal Reserve im Fokus der Finanzmärkte, wenn die US-Notenbank am Mittwoch ihre Entscheidung zur künftigen Ausrichtung der Geldpolitik verkündet. Volkswirte gehen in ihrer großen Mehrheit davon aus, dass die Zinsspanne unverändert bei 3,75 bis 4,00 Prozent belassen wird. Nach einer deutlichen Anhebung im September streben die Währungshüter demnach eine vorübergehende Beruhigung an, um abrupte Marktreaktionen zu vermeiden. Dennoch gilt ein weiterer Zinsschritt im weiteren Jahresverlauf angesichts des fortbestehenden Preisdrucks als wahrscheinlich.
Die Verbraucherpreise in der weltgrößten Volkswirtschaft verzeichneten im September im Vorjahresvergleich einen Anstieg um 3,7 Prozent. Als Haupttreiber dieser Entwicklung erweisen sich gestiegene Energiekosten, die unter anderem durch die Verteuerung von Erdöl infolge internationaler Krisenherde beeinflusst wurden. Gleichzeitig zeigt sich das Beschäftigungswachstum in den Vereinigten Staaten spürbar abgekühlt, was die Notenbank vor komplexe Abwägungen stellt. Das Mandat der Federal Reserve sieht vor, Preisstabilität mit einer möglichst hohen Beschäftigungsquote in Einklang zu bringen. Während zu hohe Zinsen die wirtschaftliche Dynamik durch verteuerte Kredite dämpfen, bergen niedrigere Zinsen das Risiko einer verstärkten Inflation.